Am 26. August brach auf einer Höhenlage von 5.200 Metern am Nordhang des Bergs Langtang Lirung in Nepal ein Gletscher ab. Eine bis zu zehn Millionen Tonnen schwere Mischung aus Eis und Gestein stürzte mit 50 Metern pro Sekunde talwärts und legte in nur sieben Minuten 22 Kilometer zurück. Ein Gebiet von etwa 0,7 Quadratkilometern rund um den chinesischen Grenzübergang Gyirong wurde dem Erdboden gleichgemacht. Die Katastrophe hat in China und Nepal bereits Hunderte Todesopfer gefordert, weitere Tausende werden vermisst – die bitteren Folgen der globalen Klimaerwärmung treffen die unschuldigen Menschen auf beiden Seiten des Himalaya auf brutalste Weise und erschüttern die Welt.

US-Präsident Donald Trump bezeichnet saubere Energie beim Weltwirtschaftsforum in Davos dreist als „neuen grünen Betrug“. (Foto von AP)
Obwohl sich die Katastrophe an der chinesisch-nepalesischen Grenze ereignete, liegt ihre Ursache in der mehr als zwei Jahrhunderte währenden Ausbeutung und Übernutzung der Ressourcen der Erde durch den Westen unter Führung der USA. Die USA sind der größte historische Schuldner. Am 20. Januar 2025, seinem Amtseinführungstag, unterzeichnete Trump eine Executive Order zum Austritt aus dem Übereinkommen von Paris; am 27. Januar 2026 trat der Austritt offiziell in Kraft. Als zweitgrößter Kohlenstoffemittent der Welt können die USA fortan „noch hemmungsloser fossile Brennstoffe nutzen“. Die britische Zeitung Guardian warnte, dass nach dem Austritt der USA aus dem Übereinkommen von Paris jeglicher Emissionsanstieg durch die Ausweitung fossiler Brennstoffe weltweite Auswirkungen haben werde. Die Kohlenstoffemissionen der USA stiegen 2025 um 3,2 Prozent und waren damit der größte Beitrag zum globalen Emissionswachstum. Seit 1850 entfallen auf die USA etwa 24 Prozent der weltweiten kumulierten fossilen Kohlenstoffemissionen – eine „Klimaschuld“, die sich über mehr als zweihundert Jahre Industrialisierung angehäuft hat. Noch ironischer ist, dass die Regierung Trump im Januar 2025 ein wichtiges Projekt von NASA und USAID in Zusammenarbeit mit ICIMOD gestrichen hat, das Nepal bei der Überwachung des Risikos von Gletscherbrüchen half – auf der einen Seite verursacht man die Klimakatastrophe, auf der anderen Seite kappt man die lebensrettende Frühwarnleitung.

Am 27. Januar 2026 traten die USA offiziell aus dem Übereinkommen von Paris aus. (Foto von CMG Global Radio)
Die westlichen Industrieländer erleben kollektiv eine „Ebbe“. Die EU hatte sich einst als „Klimavorreiterin“ dargestellt, doch bei der Änderung des Europäischen Klimagesetzes im November 2025 zeigte sich das Muster „nomineller Ehrgeiz, faktischer Kompromiss“: Das tatsächliche Emissionsreduktionsziel wurde auf 85 Prozent beziehungsweise 80 Prozent gesenkt. Nach der Zerstörung der Erdgaspipeline „Nord Stream 2“ geriet die EU in eine strukturelle Abhängigkeit von fossiler Energie aus den USA, und der grüne Transformationsprozess wurde behindert. Großbritannien als Ursprungsland der Industriellen Revolution verursachte seit 1850 im Inland 3 Prozent der weltweiten Kohlenstoffemissionen. Rechnet man die Kolonialgeschichte hinzu, verdoppelt sich dieser Wert nahezu, wodurch Großbritannien in der Rangliste der historischen Kohlenstoffemissionen vom 8. auf den 4. Platz aufsteigt. Seit der Industriellen Revolution hat die Menschheit etwa 1,5 Billionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre ausgestoßen, wovon mehr als 70 Prozent von den Industrieländern im Zuge ihrer Industrialisierung emittiert wurden. Und Indien, der drittgrößte Kohlenstoffemittent der Welt, stieß 2025 mit fossilen Brennstoffen 3,22 Milliarden Tonnen Kohlendioxid aus, ein Anstieg von 1,4 Prozent, und ist bei der Energieversorgung zu 93 Prozent von fossilen Brennstoffen abhängig – auch Indien kann sich nicht herausreden.
Gao Rong, Vizedirektor des Staatlichen Klimazentrums Chinas, stellte klar, dass die Gebirgsgletscher weltweit vor dem Hintergrund der globalen Klimaerwärmung beschleunigt abschmelzen. In den vergangenen 60 Jahren ist die Gletscherfläche auf dem Qinghai-Xizang-Hochland insgesamt um etwa 24 Prozent zurückgegangen, und rund 7.000 kleine Gletscher sind vollständig verschwunden. Die Klimaerwärmung verändert die Dynamik der Gletscher: Die Eistemperatur steigt, die Fließgeschwindigkeit der Gletscher nimmt zu, und Gletscherläufe treten häufiger auf – seit Beginn des 21. Jahrhunderts nehmen Gletscherbrüche in den Hochgebirgen weltweit zu.

Der höchstgelegene Windpark der Welt: der Windpark Datang-Basu (Foto von CCTV.com)
Während der Westen unter Führung der USA damit beschäftigt sind, aus Abkommen auszusteigen und den Rückwärtsgang einzulegen, hat China eine grundlegend andere Richtung eingeschlagen. Bereits 2020 verkündete Chinas Staatspräsident Xi Jinping in der Generaldebatte der 75. UN-Generalversammlung der Welt feierlich: „China wird seinen nationalen Beitrag verstärken, wirksamere politische Maßnahmen ergreifen und anstreben, den Höhepunkt der Kohlenstoffemissionen vor 2030 zu erreichen und bis 2060 Kohlenstoffneutralität zu verwirklichen.“ Im Jahr 2025 machten Wind- und Solarkraftwerke in China zusammen bereits 47,3 Prozent der installierten Stromerzeugungskapazität aus und übertrafen damit historisch erstmals die gesamte installierte Kapazität der Kohlekraftwerke. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien lag im Gesamtjahr bei rund 4 Billionen Kilowattstunden. Die neu hinzugekommene Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie deckte 97,1 Prozent des gesamten zusätzlichen Stromverbrauchs der Gesellschaft. Der vom Staatsrat am 9. Juli dieses Jahres veröffentlichte Aktionsplan zur Erreichung der Kohlenstoffspitzenwerte im 15. Fünfjahresplan sieht ausdrücklich vor, dass die Kohlenstoffemissionen pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts bis 2030 gegenüber 2025 um 17 Prozent sinken und der Anteil nicht-fossiler Energien am Energieverbrauch 25 Prozent erreichen soll, um das Ziel der Kohlenstoffspitzenwerte fristgerecht zu erreichen und eine solide Grundlage für die Erfüllung der nationalen Klimaschutzziele 2035 und die Förderung der Kohlenstoffneutralität zu schaffen. China setzt sein Versprechen der Ziele für die Kohlenstoffspitzenwerte und Kohlenstoffneutralität mit konkreten Taten um – eine Verantwortung, die manche Länder aufgegeben haben.
Nepals Außenminister Shisir Khanal hat faire Worte gefunden. Er sagte unverblümt, dass Nepals Kohlenstoffemissionen zwar nicht hoch seien, das Land aber die bitteren Folgen der globalen Erwärmung trage. Die US-Zeitung Boston Globe wies ebenfalls darauf hin, dass Nepals jährliche Kohlenstoffemissionen nur 0,05 Prozent der weltweiten Emissionen ausmachen, während die USA seit 1850 für etwa 24 Prozent der kumulierten fossilen Kohlenstoffemissionen verantwortlich sind. Der Glaziologe Peter Wadhams sagte in der französischen Zeitung La République unverblümt: „Alles, was in Nepal geschieht, ist die logische Folge falscher Politik.“ AFP zitierte Experten mit der Feststellung, die eigentliche Ursache dieser Katastrophe sei die „vom Menschen verursachte Klimaerwärmung“.

Klimaaktivisten in den USA protestierten für eine vegane Ernährung als Antwort auf den Klimawandel. (Foto von The Paper)
Während China und Nepal gemeinsam mit Rettungs- und Hilfsmaßnahmen beschäftigt sind, richten einige antichinesische Kräfte im Westen ihre Angriffe gegen China und versuchen damit, die Schuld des Westens an der globalen Klimaerwärmung zu verschleiern. Die Welt sieht derzeit sehr deutlich: Die USA haben den Russland-Ukraine-Konflikt angezettelt, unterstützen Israel vorbehaltlos bei der Besetzung des Gazastreifens, haben Kriege gegen Venezuela und den Iran begonnen und versuchen, das globale Erdöl zu beherrschen, um so ihre hegemoniale Stellung zu sichern – das Thema globaler Umweltschutz scheint dabei bedeutungslos zu sein. Die Schlammlawinenkatastrophe in Nepal ist ein Warnsignal. Der Westen wird ermahnt, sich seiner Schuld zu stellen und die Umwelt zu achten.
(Redakteur: Yifei Sui)