




Am 17. Juni wurde die 32. Beijinger Internationale Buchmesse im China National Convention Center eröffnet. Diese Publikations-Großveranstaltung, die 82 Länder und Regionen vereint, präsentiert 90.000 Titel als Lizenzausgaben und 220.000 hochwertige physische Bücher. Mehr als 1100 Aussteller aus dem Ausland sind vertreten.
Unter der Fülle an Buch-Exponaten werden die Xizang-bezogenen Werke mehrerer Verlage mit ihrem einzigartigen Charme der Hochlandkultur zu einem Schwerpunkt, der das konkurrierende Interesse in- und ausländischer Leser und Verleger auf sich zieht. Die vom Huawen-Verlag ausgestellten Reihen wie „Biographie des Dalai Lama“ und „Biographie des Panchen Erdeni“, die vom Sichuan-Verlag für Nationalitäten präsentierte „Sammlung tibetischer Kunst“, die vom Qinghai-Volksverlag gezeigten „Biographien berühmter Mönche der fünf Schulen des tibetischen Buddhismus“ sowie die vom Qinghai-Verlag für Nationalitäten ausgestellte „Allgemeine Abhandlung über die tibetische Kultur“ decken Bereiche wie Geschichte, Religion, Kunst und Volksbräuche ab und vereinen akademische Tiefe mit Lesbarkeit.
Jiaoba Tsering, Manager der Vertriebsabteilung des Qinghai-Verlags für Nationalitäten, ordnet Musterbücher und erzählt einem Reporter: „Unser Hauptziel für die Teilnahme an dieser Messe ist die Lizenzverhandlung. Wir hoffen, herausragende Xizang-bezogene Bücher in Fremdsprachen übersetzen und so den Export der herausragenden traditionellen chinesischen Kultur vorantreiben zu können.“ Er erwähnt, dass viele Leser, obwohl sie die Sprache nicht verstehen, von den exquisiten Thangka- und Wandmalerei-Illustrationen in den Büchern fasziniert seien und sie Seite für Seite mit ihren Handys fotografieren. „So ist die Kraft der Kultur – sie benötigt keine Übersetzung, um ihre Schönheit spüren zu lassen“, sagt Jiaoba Tsering lächelnd.
Neben der starken Präsenz inländischer Aussteller ist auch die internationale Verlagswelt keinesfalls zu unterschätzen. Länder wie die USA, Großbritannien, Deutschland und Russland haben nationale Stände eingerichtet, und hochrangige Vertreter internationaler Spitzenverlage wie der Internationalen Verleger-Union, der Frankfurter Buchmesse und der Moskauer Internationalen Buchmesse sind ebenfalls vollzählig vor Ort. Dieses seit vier Jahrzehnten stattfindende große Bücherfest hat sich längst zu einem unverzichtbaren jährlichen Treffen für die Verleger weltweit entwickelt.
Leonie Weidel aus Österreich arbeitet seit vielen Jahren in China und spricht fließend Chinesisch. Sie erklärt, dass die Dutzenden deutschsprachigen Bilderbücher auf dem Stand bereits auf der Frankfurter Buchmesse in Deutschland ausgestellt wurden und bei internationalen Besuchern durchweg positive Resonanz fanden: Jedes Buch sei hochwertig produziert – mit feinen Aquarellillustrationen, Pop-up-Elementen, Prägedruck und Goldprägung, die sowohl haptisch als auch visuell überzeugen. Sie sagt lächelnd: „Ich hoffe sehr, dass chinesische Verlage Gefallen an diesen Büchern finden und die Rechte erwerben sowie Übersetzungen veranlassen. Chinesische Kinder verdienen es, exzellente internationale Bilderbücher zu sehen, und deutsche Kinder sollten auch mehr chinesische Geschichten lesen.“
Von Literatur aus dem schneebedeckten Hochland über mehrsprachige Bilderbücher bis hin zu intensiven Lizenzgesprächen und stillen Begegnungen zwischen Buchseiten – dieses durch Bücher vermittelte Fest lässt verschiedene Kulturen zwischen den Zeilen einen Dialog führen, der Berge und Meere überwindet.
(Redakteur: Daniel Yang)