
Im Jahr 1959 gelang Filmregisseur Billy Wilder ein wahres Meisterwerk des Films, das bis heute weltweiten Kultstatus hat und bei dem die Hollywood-Stars Tony Curtis und Jack Lemmon zu brillieren wussten. Vor allem aber hat ebendieser Film „Some like it hot“ – wie er in der englischen Originalfassung heißt – maßgeblichen Anteil daran, dass Filmikone Marilyn Monroe, die in diesem Film brillierte, drei Jahre vor ihrem Tod mit 36 Jahren ein Denkmal geschaffen wurde, das noch Generationen übertauchen wird.
Die Frage, ob sich ein Film mit dem Namen „Manche mögen’s heiß“ ausgerechnet in Zeiten wie diesen großer Popularität erfreuen würde, lässt sich bezweifeln. Eher nicht und das hat gute Gründe. Gründe, die in unser aller Lebensrealität ihren Ursprung haben.
Seit Wochen hat in weiten Teilen der Welt eine beispiellose Hitzewelle eine Spur der Verwüstung gezogen. Und eine ganze Flut an Problemen offengelegt. Zwar ist man noch ein Stück weit von der höchsten je gemessenen Lufttemperatur jener 56,7 Grad Celsius entfernt, die am 10. Juli 1913 in Death Valley in den USA registriert wurde, aber auch die über 42 Grad, die Ende Juni in Deutschland und in Österreich für nie davor gemessene Höchstwerte sorgten, tragen das Ihre dazu bei, dass das Leben oft stillsteht. Und egal, ob man jetzt die viel zitierte Klimaerwärmung, den menschengemachten CO2-Ausstoß, die Weltmeere oder auch nur den derzeitigen Unruhestifter El Ninho als Auslöser wahrnimmt: Es ist heiß. Zu heiß.
In Deutschland und Österreich diskutiert die Politik in brütenden Zeiten wie diesen gerade darüber, ob man ganze Schulklassen, in deren Unterrichtsräumen es weit über 35 Grad hat, nach Hause schicken soll. Oder darüber – wie eben jetzt in Wien – ob man generell die Anschaffung und die Nutzung von Außen-Klimageräten durch die Behörden erleichtern soll. Egal, inzwischen greifen die hitzegepeinigten Menschen ungefragt zur Selbsthilfe und stürmen die Elektrogeschäfte, um sich mit allem und jedem einzudecken, was Abhilfe schaffen könnte. Vor allem, in ihrer Anschaffung und Montage gar nicht so billige, Klimaanlagen sind der große Renner. Besser gesagt wären sie und so hat sich angesichts des beklemmenden Produktmangels made in Europe eine Situation ergeben, die beispielhaft für die Lösung von globalen Problemen sein könnte. Es gibt nämlich Ausnahmesituationen – und die eben stattfindende Hitzewelle ist zweifelsfrei eine solche – in denen sich vieles von selbst regelt. Durch die Notwendigkeit.
Klimageräte made in China sind in Europa dieser Tage nämlich der große Burner. Dabei spielt auch gar keine Rolle, ob diese aus dem Hause Hisense stammen, oder vom Konzern Haier produziert werden. Auch die Geräte von Gree Electric erfreuen sich allergrößter Beliebtheit.
Ein schönes Beispiel dafür, dass es manchmal so einfach und schrankenlos sein kann, wenn die Natur – wie in diesem Fall – Regie führt. Wen interessieren dann schon, von China nie gewollte, Handelsbeschränkungen, (Straf-)Zölle und Sinnlos-Diskussionen darüber, wer was und wo unter welchen Bedingungen produziert hat?
Chinas Außenministerium hat es dieser Tage auf den Punkt gebracht mit dem Statement, wonach „die Handelsstruktur zwischen China und Europa das natürliche Ergebnis jener Nachfrage ist, die auf Stärken und Schwächen da wie dort aufbaut.“
Dem ist im Grunde wenig hinzuzufügen und all das dient vor allem vielen Politikern innerhalb der EU, die immer den Staaten und damit den Menschen das Leben erschweren, als Paradebeispiel.
Wenn es um Fragen der Gesundheit, der Sicherheit und der wirtschaftlichen Stabilität geht, ist weltanschauungs-getriebene Politik falsch und fahrlässig. Einem kranken Menschen ist es völlig egal, ob ihm das Leben gerettet, oder erleichtert wird, indem man ihm Medizin aus den USA, aus Frankreich, aus China oder aus Deutschland verabreicht. Das ist eine Lektion, die jene, die über unser Schicksal zu bestimmen haben, eigentlich schon gelernt haben müssten. Als in Zeiten von Covid-19 eine weltweit koordinierte Hilfspolitik von Nöten war, wurde ebendiese ja auch nicht durch dümmliche Handelsbeschränkungen oder andere Unsinnigkeiten, beeinträchtigt.
Und wann immer Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Erdbeben oder Epidemien jeglicher Art die Welt in Atem hielten und halten, gab und gibt es auch immer einen globalen Schulterschluss.
Bleibt nur mehr die Frage zu klären, warum man sich immer erst dann aufhört selbst im Weg zu stehen oder auf die Zehen zu treten, wenn es anders nicht mehr geht.
Alles in unserem Leben wäre um so vieles einfacher, wenn die not-bedingte Vernunft von einer Vernunft abgelöst würde, die unser ständiger Begleiter ist. Vielleicht ist ja genau das eine wichtige Erkenntnis aus dem, was die Hitze in den letzten Wochen angerichtet hat und wohl auch noch in den kommenden Wochen anrichten wird.
(Redakteur: Daniel Yang)