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Mit Nadel und Faden zum Wohlstand – Eine Reportage über die Handweberei-Förderwerkstatt für Frauen in der Gemeinde Xiangheyuan in Lhasa

03-06-2026 16:01
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In der Gemeinde Xiangheyuan im Stadtbezirk Doilungdêqên von Lhasa, im Straßenviertel Donggar, befindet sich eine standardisierte Werkhalle mit über 1700 Quadratmetern. Dort laufen die Nähmaschinen leicht und fröhlich, bunte Wollfäden tanzen zwischen flinken Fingern. Dies ist die Handweberei-Förderwerkstatt für Frauen der Gemeinde Xiangheyuan, ein glücklicher Hafen vor der Haustür für 1169 Haushalte, die im Rahmen der Umsiedlung aus Armutsgebieten aus elf Gemeinden des Stadtbezirks Doilungdêqên und des Kreises Damxung hierhergezogen sind.

In einer Ecke der Werkstatt sitzt Dzong, beugt sich konzentriert über ihre Nähmaschine und fertigt einen Bangdian, eine traditionelle Schürze. Sie war aus dem Kreis Damxung hierhergezogen und arbeitet seit fünf Jahren in dieser Werkstatt. Vor fünf Jahren war sie eine einfache Hausfrau, die nur Vieh hütete, aber kein Handwerk beherrschte. Nach dem Umzug in die neue Heimat war sie voller Freude, aber auch besorgt, Freude über das neue Haus, Sorge, wie es weitergehen sollte. Heute hat sie sich von einer völligen Anfängerin zu einer versierten Schneiderin entwickelt.

„Wenn ich gut im Handwerk bin, kann ich im besten Monat 11.000 Yuan verdienen, im Monat mit weniger Aufträgen mindestens 5.000", sagt Dzong mit einem Lächeln. „Ich habe eine Fähigkeit erlernt, kann in der Nähe meines Zuhauses arbeiten, und das stabile Einkommen bringt unsere Familie immer weiter voran."

Die Geschichte von Dzong steht exemplarisch für viele umgesiedelte Frauen in der Gemeinde Xiangheyuan.

Zurück im November 2018: Die Frauenvereinigung der Gemeinde gründete mit etwa acht Frauen, die erste Weberfahrungen hatten, eine kleine Handwebereigruppe in einer Ecke des Gemeindesaals. Ohne eigene Ausrüstung brachten sie Nadeln und Fäden von zu Hause mit. Ohne Aufträge begannen sie mit einfachsten kleinen Anhängern, Armbändern und Tischdecken. Zwar war der Stückpreis niedrig, aber sie machten den entscheidenden Schritt von null auf eins. Die beteiligten Frauen konnten sich so monatlich etwa 1.000 Yuan dazuverdienen.

„Damals sah ich, wie sie in ihrer Freizeit Geld verdienen konnten, und da bekam ich auch Lust darauf. Aber ich selbst konnte nur ein bisschen einfache Näharbeit und hatte Angst, es nicht gut zu machen." erinnert sich Dekyi, die später dazu stieß. Bald darauf vermittelte die Gemeinde Kontakte zur Personal- und Sozialbehörde. Es wurden insgesamt fünf spezielle Weberei-Kurse abgehalten, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen-Niveau, an denen über 100 Personen teilnahmen. Nach und nach erlernten die Hände, die sonst nur den Haushalt führten, das professionelle Weben, Zuschneiden und Nähen.

Für die kleine Selbsthilfegruppe stellte der Stadtbezirk Doilungdêqên Sondermittel bereit, insgesamt 4,67 Millionen Yuan. Davon wurde eine standardisierte Werkhalle mit 580 Quadratmetern errichtet, ausgestattet mit professionellen Näh-, Schneid-, Bügel- und Webmaschinen. Nach sieben Jahren Entwicklung und Erprobung wurde die Werkstatt im März 2026 auf 1717 Quadratmeter erweitert. Das Produktsortiment wurde vielfältiger, die Fähigkeit, Arbeitsplätze zu schaffen, nahm weiter zu, und die Einkommensverbesserung der Bevölkerung wurde wirksam gefördert.

Wenn man heute die Werkstatt betritt, sieht man klar voneinander getrennte Bereiche für die Bangdian-Produktion, Handweberei-Erlebnis, maschinelle Fertigung und Produktausstellung. Die einen arbeiten konzentriert mit Faden und Nadel, die anderen schneiden Stoffe zu, wieder andere sortieren Produkte oder bringen Etiketten an. Jede und jeder hat ihre oder seine Aufgabe, alle sind voller Eifer bei der Arbeit, und auf ihren Gesichtern liegt ein ehrliches, zufriedenes Lächeln.

Mit zunehmendem technischen Können gibt sich die Werkstatt nicht mehr mit reiner Lohnfertigung zufrieden. Sie hat begonnen, eigene Designs zu entwickeln und eine eigene Marke aufzubauen. Das Produktspektrum hat sich von kleinen Anhängern, Armbändern und Tischdecken über Xizangische Türvorhänge, Kissenauflagen und Rückenkissen bis hin zu Xizangischer Kleidung, Bangdian und Schürzen erweitert. Heute können sogar mittlere bis hochwertige Produkte wie Zelte, Bühnenkostüme und Arbeitskleidung gefertigt werden. Es gibt mehr als zehn große Produktkategorien mit über hundert Varianten. Die gesamte Wertschöpfungskette von der Herstellung über die Verarbeitung bis zum Verkauf nimmt immer mehr Gestalt an.

Von der anfänglichen Selbsthilfegruppe bis zur heutigen geschäftigen Förderwerkstatt werden aus vielen Wollknäueln nicht nur kunstvolle Xizangische Produkte gewoben, sondern auch ein glücklicheres Leben für die umgesiedelten Haushalte. Im Jahr 2025 erreichte der jährliche Auftragseingang der Werkstatt über 300.000 Einheiten mit einem Umsatz von mehr als 2,4 Millionen Yuan. Die Produkte werden nicht nur in Lhasa, Shigatse und dem Bergland von Shannan vertrieben, sondern gehen auch bis nach Qinghai.