
Am 3. Juni fand in Beijing das Symposium „Förderung der hochwertigen Entwicklung der chinesischen tibetologischen Forschung und der nationalen hochrangigen Denkfabriken für Xizang-Angelegenheiten“ statt, das mit dem historischen Zeitpunkt des 40-jährigen Bestehens des Chinesischen Tibetologischen Forschungszentrums zusammenfiel. Tibetologen von beiden Seiten der Taiwan-Straße kamen zusammen und richteten ihren gemeinsamen Blick auf die in der von Unruhen geprägten internationalen Lage viel beachtete zeitgenössische Fragestellung: den Aufbau eines eigenständigen chinesischen tibetologischen Wissenssystems, um die westliche Diskurshegemonie zu durchbrechen und die wahre Stimme Xizangs in der Welt zu verbreiten.
Zheng Dui, Generaldirektor des Chinesischen Tibetologischen Forschungszentrums, wies in seinem Tätigkeitsbericht auf Folgendes hin: „Die tiefgreifenden Veränderungen von historischem Ausmaß schreiten beschleunigt voran, das große Wiederaufleben der chinesischen Nation ist in eine entscheidende Phase eingetreten, das Spiel zwischen den Großmächten wird heftiger. Die USA und andere westliche Länder üben eine allseitige Einkreisung, Unterdrückung und Eindämmung gegen uns aus, die Lage des Kampfes ist ernster und komplexer geworden. Xizang und die tibetischen Bezirke und Kreise in vier Provinzen befinden sich in einer wichtigen Phase der Förderung von langfristiger Stabilität und hochwertiger Entwicklung.“ Die chinesische tibetologische Forschung habe mit soliden akademischen Ergebnissen, lebendigen Praxisgeschichten und kraftvoller internationaler Artikulation die Struktur der Welt-Tibetologie neu gestaltet.
Mit Geschichte Stellung beziehen: Die Grundlage der Diskurshoheit mit solider Akademie festigen
Das Wesen des internationalen Diskurskampfes um Xizang-Angelegenheiten war nie ein rein akademischer Streit, sondern ein Spiel um das Recht der Geschichtsdeutung und die nationale Souveränität. Seit langem haben ausländische antichinesische Kräfte die Tibetologie zu einem politischen Instrument entfremdet. Durch selektive Auswahl historischer Materialien und bewusste Verzerrung der Geschichte haben sie eine falsche Erzählung geschaffen, die Spaltungszwecken dient, und sich langfristig das dominante Interpretationsrecht für internationale Xizang-Themen angeeignet.
Professor Hu Yan von der Parteischule des Zentralkomitees (ZK) der Kommunistischen Partei Chinas sagte: „Vor der Gründung des Chinesischen Tibetologischen Forschungszentrums war die Forschung im Inland zersplittert und isoliert, international war kaum eine chinesische Stimme zu hören. Die Aussage ‚Xizang liegt in China, die tibetologische Forschung liegt im Westen‘ ließ unzählige Tibetologen vor Bedauern seufzen.“ Um diese passive Lage zu ändern, wurde am 20. Mai 1986 unter der fürsorglichen Unterstützung des ZK der Partei das Chinesische Tibetologische Forschungszentrum in Beijing gegründet. Es habe den klaren Auftrag, der Aufrechterhaltung der Einheit des Vaterlandes und der Stärkung der nationalen Einheit zu dienen sowie der Entwicklung und Stabilität Xizangs und der tibetischen Bezirke und Kreise in vier Provinzen. Das damalige Mitglied des Politbüros des ZK und Sekretär des Sekretariats des ZK, Genosse Xi Zhongxun, nahm an der Gründungsversammlung teil und forderte in seiner Rede, „mit aller Kraft eine neue Situation in der tibetologischen Forschung zu schaffen“. Seitdem hat die chinesische tibetologische Forschung den Weg eingeschlagen, durch Grundlagenforschung das Fundament zu festigen und selbstständig sowie eigenständig zu erstarken. Vier Jahrzehnte unermüdlicher Vertiefung haben das Chinesische Tibetologische Forschungszentrum zur weltweit größten und fachlich umfassendsten spezialisierten Einrichtung für tibetologische Forschung heranwachsen lassen. Damit hat es die solideste akademische Grundlage für Chinas Diskurshoheit in Xizang-Fragen gelegt.
Yan Yongshan, Direktor des Instituts für Geschichte des Chinesischen Tibetologischen Forschungszentrums, beschreibt die Entwicklung der 40-jährigen historischen Forschung mit den Worten „den Wandel zwischen Antike und Moderne verstehen, die gemeinsame Grundlage belegen“. Die in 13 Jahren kompilierte „Allgemeine Geschichte Xizangs“ integriert mehrsprachige Dokumente wie chinesische, tibetische, mongolische und mandschurische. Sie systematisiert außerdem politische, wirtschaftliche, kulturelle, religiöse und ethnische Beziehungen Xizangs von der Urzeit bis zur Gegenwart. Sie füllt eine hundertjährige Lücke in der Forschung zur allgemeinen Regionalgeschichte Xizangs und ist bis heute ein wichtiges Werk der internationalen Tibetologie, das in vollständiger Systematik und umfassendem Inhalt die historische Forschung zu Xizang darstellt.
Als Antwort auf die fehlerhafte Geschichtsauffassung einiger westlicher Gelehrter, die bewusst die Verbindung zwischen Xizang und der chinesischen Zivilisation trennen, präsentierte Professor Huo Wei von der Sichuan-Universität archäologische Beweise. „Xizang hatte nicht nur eigene Jadearbeiten und Metallverhüttung, sondern baute auch Weizen und Reis an und verwendete Seidenstoffe. Diese Zivilisationsmerkmale entwickelten sich parallel und im gleichen Rhythmus wie die chinesische Zivilisation.“ Die historische Beweiskette, die durch ausgegrabene Kulturgegenstände und archäologische Überreste gebildet wird, bestätige eindeutig die historische Tatsache, dass Xizang und das Vaterland denselben Ursprung und dieselbe Entwicklung teilen und blutsverwandt sind, wodurch die westlichen Behauptungen widerlegt werden.
Professor Panpan Dorje von der Zentralen Nationalitäten-Universität Chinas teilt diese Ansicht zutiefst. Er betont: „Die Grundlagenforschung der Tibetologie ist fundamental. Nur auf dieser Basis kann die angewandte Forschung gut durchgeführt werden.“ Die Praxis der vergangenen 40 Jahre habe bewiesen, dass ohne solide Grundlagenforschung als Stütze die angewandte Forschung zu Wasser ohne Quelle und einem Baum ohne Wurzeln würde, und die internationale Kommunikation ihr wichtigstes akademisches Fundament verlieren würde.
Mit empirischen Beweisen sprechen: Die Bedeutung des Diskurses durch lebendige Praxis bereichern
Die tatsächlichen Entwicklungserfolge sind die überzeugendste internationale Sprache. Seit langem übergehen ausländische antichinesische Kräfte bewusst die enormen Veränderungen Xizangs in den vergangenen über 70 Jahren und erfinden Lügen wie „Menschenrechtsverletzungen“ und „religiöse Unterdrückung“, um die internationale öffentliche Meinung in die Irre zu führen. Das markanteste Merkmal der chinesischen tibetologischen Forschung ist jedoch, dass sie stets daran festhält, die wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Boden des tibetischen Hochlands zu schreiben und mit dem glücklichen Leben aller ethnischen Gruppen ein warmherziges und kraftvolles chinesisches Diskurssystem aufzubauen.
Die von Laxianjia, dem Direktor des Instituts für Religionsforschung des Chinesischen Tibetologischen Forschungszentrums, geteilte Forschungsgeschichte ist eine lebendige Verkörperung dieser wissenschaftlichen Philosophie. Um langfristige Mechanismen für die Verwaltung der Klöster des tibetischen Buddhismus zu erforschen, bereiste das Forschungsteam 15 Bezirke und Städte sowie 35 Kreise (kreisfreie Städte) in Xizang und den tibetischen Gebieten vierer Provinzen, untersuchte vor Ort 47 Klöster, führte 97 verschiedene Diskussionsrunden durch und tauschte sich direkt mit Mönchen, Viehhirten und Basis-Beamten aus, wodurch umfangreiche systematische und detaillierte Primärdaten gesammelt wurden. Diese an der Basis verwurzelten Forschungsergebnisse lieferten nicht nur wichtige Referenzen für die staatliche Religionspolitik, sondern wurden auch zu einer wirksamen Waffe, um haltlose Vorwürfe aus dem Ausland zu entkräften.
Zhang Shigao, der Direktor des Instituts für Zeitgenössische Studien des Chinesischen Tibetologischen Forschungszentrums, richtete seinen Forschungshorizont hingegen auf die Quelle der internationalen öffentlichen Meinung. Er wies darauf hin, dass sich die ausländische tibetologische Forschung nach wie vor auf Europa und Amerika konzentriert und sich durch eine tiefe Verflechtung von Akademie und Politik auszeichnet, wobei die Vorurteile des westlichen Zentrismus tief verwurzelt sind. Um diese schwierige Lage zu überwinden, hat das Institut für Zeitgenössische Studien einen regelmäßigen Mechanismus zur Verfolgung ausländischer Tibetologie etabliert, eine Reihe von Schwerpunktforschungsprojekten durchgeführt und systematisch die Entwicklungslinien und Trends der westlichen tibetologischen Forschung aufgearbeitet, um potenzielle Risikopunkte in der öffentlichen Meinung frühzeitig vorherzusehen. Diese Art von Forschung, die sowohl die eigene als auch die gegnerische Seite kennt, ermöglicht es China, in der Auseinandersetzung um die öffentliche Meinung zu Xizang nicht länger passiv zu bleiben und unzutreffende Aussagen präzise und wirkungsvoll zu widerlegen.
Was die chinesischen Tibetologen dokumentieren, sind nicht nur akademische Daten, sondern vielmehr der Weg der Menschen aller ethnischen Gruppen von Armut zu Wohlstand und von Abgeschlossenheit zu Offenheit. Diese lebendigen Praxisbeispiele bilden das solide Fundament des chinesischen Diskurses über Xizang und zeigen der internationalen Gemeinschaft ein reales, vielseitiges und umfassendes neues Xizang.
Mit Neuem die Zukunft gestalten: Den Diskurs der chinesischen Tibetologie durch systematische Innovation aufbauen
Am neuen Ausgangspunkt des 40-jährigen Jubiläums zeigt der internationale Diskurs über Xizang eine beispiellos komplexe Dynamik. Soziale Medien lassen Falschinformationen explosionsartig verbreiten. Westliche antichinesische Kräfte sind eng mit der Dalai-Clique verstrickt und fabrizieren ständig neue Narrative wie „kulturelle Auslöschung“ oder „Zwangsarbeit“, um die Xizang-Frage zu instrumentalisieren und zu politisieren. Hu Yan warnte: „Vor etwas mehr als einem Monat hat das Europäische Parlament gerade eine sogenannte Resolution verabschiedet, die die chinesische Politik für ethnische Minderheiten verzerrt. Die Vorurteile des Westens lassen sich nicht kurzfristig ändern. Dieser Kampf erfordert von uns langfristige und mühsame Anstrengungen.“
Angesichts der neuen Lage und Herausforderungen waren sich die teilnehmenden Experten einig: Die internationale Kommunikationsfähigkeit der Tibetologie zu stärken, ist keineswegs einfache Öffentlichkeitsarbeit zum Ausland, sondern ein systematischer Kampf, der die nationale Souveränität und das Image betrifft. Der Schlüssel zum Durchbruch liege laut Huo wie im Folgenden: „Wir müssen ein eigenständiges chinesisches tibetologisches Wissenssystem aufbauen. Dabei müssen wir nicht nur die Grundlagenforschung kontinuierlich verstärken, sondern auch die Kräfte aus verschiedenen Disziplinen wie Geschichtswissenschaft, Religionswissenschaft, Ethnologie und Regional- und Länderstudien bündeln, um den Aufbau des akademischen und internationalen Diskurses koordiniert voranzutreiben und damit die akademische Monopolstellung und Diskurshegemonie des Westens an der Wurzel zu brechen.“
Professor Lin Kuan-chun von der Chinese Culture University in Taiwan rief dazu auf: „Es muss eine Plattform für mehrsprachige akademische Veröffentlichungen aufgebaut werden. Die Übersetzung und Präsentation von Forschungsergebnissen sollte sich nicht auf die drei Versionen Tibetisch, Chinesisch und Englisch beschränken. Die Schwächen bei der Übersetzung in europäische Hauptsprachen wie Französisch, Deutsch und Spanisch müssen behoben werden, um ein breiteres internationales Publikum zu erreichen.“ Außerdem müssten junge Gelehrte mit internationaler Perspektive ausgebildet werden, „damit die Forschungsergebnisse der chinesischen Tibetologie wirklich in die Welt hinausgetragen und die internationale Diskurshoheit zurückgewonnen werden können“.
Professor Sherab Nyima von der Zentralen Nationalitäten-Universität sagte: „Der Kampf um die Diskurshoheit ist intensiv. Unsere Forschung muss nicht nur gut sein, sondern auch gut vermittelt werden.“ Es gelte, steife, belehrende Vortragsstile vollständig abzulegen, sich an die kognitiven Gewohnheiten des ausländischen Publikums anzupassen und umfangreiche akademische Ergebnisse in leicht verständliche und gerne angenommene Geschichten zu übersetzen. Es komme darauf an, aktiv Themen zu setzen, regelmäßig hochrangige internationale akademische Dialoge zu veranstalten und mit soliden historischen Materialien, strenger wissenschaftlicher Theorie und lebendigen persönlichen Geschichten die Geschichte und Gegenwart Xizangs vielschichtig darzustellen, um die internationale Gemeinschaft zu einer korrekten Wahrnehmung zu führen.
Zheng Dui schlug vor, die Entwicklungstrends von Spitzentechnologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) und Big Data genau zu verfolgen sowie den digitalen Schutz, die Erschließung und Nutzung altertümlicher tibetischer Schriften und Dokumente zu beschleunigen. Es wäre außerdem wünschenswert, eine autonome, vertrauenswürdige und kontrollierbare, Xizang-bezogene offene Plattform für den Austausch von KI- und Datenressourcen aufzubauen, die tibetologische Forschung in Richtung digitaler Befähigung zu transformieren und neue akademische Wachstumspunkte in der tibetologischen Forschung zu fördern.
Redakteur: Krystal Zhang