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Von uraltem Handwerk zum zeitgenössischen Kunstschatz: Tibetisches Zido-Kupferschmieden „hämmert“ neues Kapitel der Kulturweitergabe

21-01-2026 16:35
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Im Kupferwarenverarbeitungsbetrieb des Dorfes Zidongxue in der Gemeinde Êma im Kreis Namling ist ein kontinuierliches, klimperndes Hämmern zu hören – der nationale Erbe-Träger Leten Sangpo führt junge Lehrlinge an und gibt so das alte Handwerk der Zido-Kupferschmiedekunst weiter. Leten Sambo war seit seiner Kindheit, geprägt durch den familiären Einfluss, von der Kupferschmiedekunst fasziniert. Er war Schüler seines Großvaters mütterlicherseits, des Erbeträgers der fünften Generation, Zaina Dorje, und beherrschte im Alter von 24 Jahren bereits mehr als zehn gesamte Arbeitsabläufe von der Formherstellung und Gravur bis zum Polieren und Vergolden. Bis heute hat er 28 Lehrlinge ausgebildet.

„Wir müssen sowohl das Wesentliche der Tradition bewahren als auch den Anforderungen der Zeit und des Marktes entsprechen“, erklärte Leten Sambo. Die Zido-Kupferwaren werden bis heute in reiner Handarbeit hergestellt. Während die Tradition religiöser Gegenstände wie Buddha-Statuen, Ritualgegenstände und Butterlampen fortgeführt wird, werden auch aktiv neue Kategorien wie Haushaltsutensilien und touristische Souvenirs entwickelt. Er war außerdem an der Restaurierung von Kulturgütern für Einrichtungen wie den Norbulingka und das Museum von Xizang beteiligt, wobei die Spuren seines handwerklichen Könnens in Xizang sowie in Qinghai, Sichuan und anderen Regionen zu finden sind.