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Entdeckung von Tingri: Auf Ruinen entstehen neue Häuser

16-01-2026 10:04
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An einem sonnigen Wintertag auf dem schneebedeckten Hochland liegt sanftes Licht auf den tibetanischen Häusern in der Gemeinde Changsuo im Kreis Tingri. Zwischen den zarten Rauchfäden der Kochfeuer ertönt lautes Lachen. Vor einem Jahr traf ein starkes Erdbeben der Stärke 6,8 diese Region und zerstörte die Häuser der lokalen Bevölkerung schwer. Ein Jahr später entstehen auf den Trümmern immer mehr neue, charaktervolle Häuser. Familien kehren zur Ruhe zurück und die Schmerzen, die das Erdbeben verursacht hat, werden langsam durch Wärme und Hoffnung ersetzt.

Am 7. Januar 2025 verursachte ein plötzliches Erdbeben der Stärke 6,8 erhebliche Schäden im Kreis Tingri auf einer durchschnittlichen Höhenlage von über 4300 Metern. Doch die Katastrophe brach die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten nicht. Am dritten Tag nach dem Erdbeben startete Xizang bereits die Erstellung eines umfassenden Plans für den Wiederaufbau. Die Vorarbeiten wie Vermessung, geologische Untersuchung und Design der Wohnhäuser wurden mit hoher Geschwindigkeit vorangetrieben.

Der stellvertretende Kreisvorsteher von Tingri, Pasang Norbu, erinnert sich, dass, um sicherzustellen, dass die wiederaufgebauten Häuser den Wünschen der Dorfbewohner entsprachen, die Mitarbeiter über 30 Versammlungen und Meinungsbefragungen organisierten, um umfassend die Meinungen der Dorfbewohner einzuholen. Es wurden insgesamt 8504 Haushalte in 172 Verwaltungsdörfern des Kreises für die Wiederaufbauarbeiten und 1930 Haushalte für die Sanierung und Verstärkung ihrer Häuser festgelegt. Dabei wurden sechs verschiedene Wohnhausgrößen je nach der Familiengröße festgelegt.

„Im März wurde der Wiederaufbau umfassend gestartet, im Juni befanden sich alle Häuser flächendeckend in Bau, im August wurden die Grundbauarbeiten abgeschlossen und im Oktober vollständig fertiggestellt und in Betrieb genommen“, sagt Pasang Norbu. Hinter diesem „Hochland-Tempo“ stehe eine feste Verpflichtung gegenüber dem Wohlergehen der Bevölkerung.

Im Haus von Sangye, der Köchin des Kindergartens im Dorf Senga, sitzen drei Generationen der Familie, Großeltern, Eltern und Kinder, in der sonnendurchfluteten Wohnstube beisammen und genießen eine herzliche und harmonische Atmosphäre. „Unser jetziges Leben ist sehr glücklich. Sowohl die Arbeit als auch die Familie kann ich gut managen“, sagt Sangye mit einem Lächeln. Sie arbeitet seit sechs Jahren als Köchin in einem Kindergarten und verdient monatlich 2500 Yuan.

Nach dem Erdbeben hatte sie sich um ihre Arbeitsstelle Sorgen gemacht. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass der Kindergarten im März wie geplant wieder öffnen würde. Die Anzahl der ursprünglich über 70 Kinder stieg sogar auf über 90. Schnell kehrte ihr Leben in den normalen Alltag zurück. Sie hatte keine Sorgen mehr um ihr Auskommen und konnte gleichzeitig ihre Familie begleiten.

In den Katastrophengebieten von Tingri sieht man heute neue Häuser, ebene Straßen und eine umfassend verbesserte Infrastruktur für Strom, Wasser und Kommunikation. Die Dorfbewohner sind glücklicher, und überall sind Nachbarn zu sehen, die einander helfen.

(Redakteur: Daniel Yang)